4 Länder in einer Woche? Kein Problem!

Unser Kurztrip in die Schweiz, nach Italien, einem kurzen Abstecher nach Österreich um schließlich wieder in Deutschland anzukommen, das waren 2500 spannende Kilometer...

Es sollte ein ganz klassischer Roadtrip werden, einfach fahren ohne Campingplätze vorher zu buchen, das sollte doch in der Nachsaison kein Problem werden, oder?

Tag 1: Südsee Camp

Zum Glück haben wir den Freitag noch frei genommen, so konnten wir schon am Donnerstag Abend vor dem Elbtunnel im Stau stehen. Alles halb so wild, wir sind ja Kummer gewohnt und sind trotzdem relativ schnell voran gekommen. Unser Ziel war der Wohnmobilstellplatz am Südsee Camp in der schönen Lüneburger Heide.

Damit liegen die ersten 120km hinter uns, wir erreichen den Stellplatz gegen 20 Uhr, eingecheckt wird direkt an der Einfahrt am Automaten, die Nacht kostet 21€ + 3€ Pfand für die Karte. Auf diesem Platz sind auch Wohnwagengespanne erlaubt, allerdings sind die Plätze begrenzt und eine Reservierung ist nicht möglich.

https://www.suedsee-camp.de/camping/uebernachtungsoase

Tag 2: Richtung Süden

Ab geht es auf die Autobahn, wir wollen zumindest die ersten Tage flott voran kommen, danach soll es etwas entspannter zugehen. Wir fahren mit einer kurzen Pause ca. 520 km bis nach Neckargemünd. Kennt keiner? Wir bisher auch nicht. Der Ort liegt, wie der Name schon vermutet, direkt am Neckar und bietet eine schöne Altstadt. Auf dem Weg dorthin sind wir noch durch Heidelberg gefahren, auch eine sehr schöne Stadt, die wir uns mal mit etwas mehr Zeit ansehen werden. In Neckargemünd steuern wir den Campingplatz an der Friedensbrücke an, das Wetter ist Top und das Wochenende steht vor der Tür, dementsprechend voll ist es, wir bekommen noch einen Platz in der hinteren Reihe.

Auf diesem Platz waren wir mit knapp über 30€ dabei, für die Lage ist das völlig in Ordnung. Man ist zu Fuß in wenigen Minuten in der Altstadt, wo man gemütlich in einem der Restaurants essen gehen kann. Genau das machen wir in der alten Scheune.

Heute gibt es sogar noch ein Live Konzert unten am Wasser, die Band Fizz Gin spielt jede Menge Cover Hits und das auch noch sehr gut, wir lassen den Abend mit ein paar Drinks ausklingen und genießen den Spätsommer.

Tag 3: Schweiz, wir kommen!

Heute steht der erste Grenzübertritt an, wir fahren in die Schweiz. Die Option "Autobahn vermeiden" wird am Navi aktiviert und so fahren wir etwa 250km über diverse Landstraßen Richtung Grenze. Der Gedanke war natürlich fern der Autobahn ganz alleine und entspannt über Land zu fahren, der Plan ging allerdings nicht ganz auf. Der LKW Verkehr war ganz schön heftig, Möglichkeiten zum Überholen gab es nur wenige Kilometer wo die Straße zweispurig ausgebaut war, sonst hieß es mit 60km/h geduldig hinterher fahren, wir haben ja schließlich Urlaub.  

Kurz hinter Schaffhausen in der Schweiz liegt der Campingplatz Freizeitanlage Rheinwiese, auch hier ist der Name Programm, er liegt direkt am Rhein. Die Stellplätze sind schattig und zum Teil relativ klein, wir parken direkt hinter einem Bulli ein an dem sämtliche Bierdosen verteilt liegen, die Besitzer sind scheinbar noch nicht da. Die sanitären Anlagen sind super und auch noch ziemlich neu, hier können wir die Dusche genießen.

Irgendwann kamen auch die Bulli Besitzer angetorkelt, zum Glück kehrte recht schnell Ruhe ein, lange konnten sie sich nicht wach halten. Der nächste Morgen begrüßte uns sehr benebelt, das spricht doch für einen sonnigen Tag...

Tag 4: Rheinfall und Luzern

So langsam legt sich der Nebel und wir machen uns auf dem Weg zum Rheinfall, der nur etwa 15 Minuten entfernt ist. Zum Glück sind wir recht früh auf dem Parkplatz und es ist noch sehr leer. Vom Parkplatz gehen wir etwa 10 Minuten bis zur Kasse, mit 5 CHF pro Person sind wir auf dem Gelände willkommen, wir gehen direkt weiter bis zur Aussichtsplattform. Der Anblick ist schon beeindruckend, auch wenn wir schon einige Wasserfälle gesehen haben, die Massen die hier runterstürzen sind schon überwältigend. Auf dem Rückweg zum Wohnmobil kommen uns auch so langsam größere Menschenmengen entgegen, auch die ersten Reisebusse parken ein, heute passt unser Timing!

Weiter geht unsere Fahrt nach Luzern, eine Stadt die wir bisher nur von einigen Fotos kannten und uns mal auf die Schnelle ansehen wollten. Die 110 km sind entspannt zu fahren, vorsorglich haben wir uns online noch eine Vignette besorgt, da wir zum Teil wieder auf Autobahnen unterwegs waren.

Zum Parken haben wir uns einen Platz am Bootshafen ausgesucht, hier sind ausgewiesene Wohnmobilparkplätze, allerdings nur zum Parken, nicht zum Übernachten. Die Gebühr wird am Parkautomaten bezahlt, leider nur mit Münzen, dafür kann auch in Euro gezahlt werden.

In etwa 20 Minuten ist man zu Fuß an der historischen Kapellbrücke, wir sind zur Mittagszeit hier, dazu kommt noch ein sonniges Wochenende....es ist voll! Aber wenn wir schonmal hier sind, darf natürlich ein typisches Käsefondue nicht fehlen. Na, gut, so ganz billig ist die Schweiz nicht, aber das Fondue in dem Ambiente war super, leider mussten wir immer ein halbes Auge auf die Uhr haben, schließlich wissen wir noch nicht wo wir heute übernachten.

Gegen 15 Uhr müssen wir diese schöne Stadt leider schon wieder verlassen, wir kommen aber bestimmt nochmal wieder. Als nächstes Ziel haben wir uns den Sarnersee ausgesucht, dort soll es der Campingplatz Ewil werden. Hier haben wir ziemliches Glück, der Platz hat den letzten Tag für diese Saison geöffnet. Er liegt im Prinzip direkt am See, man muss nur die Bahngleise überqueren um zum Wasser zu kommen, dass bedeutet auch wieder, dass hier hin und wieder ein Zug fährt und es lauter werden kann, der Lärm hielt sich aber in Grenzen und in der Nacht war es komplett ruhig. Der Platz ist relativ klein und gut gefüllt mit Dauercampern, aber auch für Kurzurlauber gibt es genügend Stellplätze, die gesamte Anlage ist sehr sauber und gepflegt.

Die verbleibenden Sonnenstunden nutze ich noch für eine kurze Runde mit dem SUP auf dem See, ganz kurz: ein Traum!

Tag 5: Bella Italia

Heute erreichen wir die nächste Grenze, es geht nach Italien.

Über einen kleinen Grenzübergang am Luganersee verlassen wir die Schweiz, eine Kontrolle hat hier scheinbar schon länger nicht mehr stattgefunden. Wir fahren auf direktem Wege zum Comer See, zumindest habe ich das gehofft....Natürlich wird noch ein Supermarkt in Mossanzonico angesteuert, irgendetwas benötigt man doch immer, oder? Jetzt aber schnell zum Ziel, der Campingplatz Gardenia am schönen Comer See wartet auf uns, zumindest hoffen wir auf ein freies Plätzchen für die nächsten zwei Nächte. Die Chancen stehen gut, nachdem wir sehr nett an der Rezeption in Empfang genommen wurden, konnten wir einen recht kleinen Platz ansteuern, für uns war er aber völlig ausreichend. 

Leider ist das Wetter heute noch nicht so spannend, es regnet recht viel und wir machen nur einen kurzen Spazierganz zum See in einem kurzen trockenen Moment. Abends gehen wir im Restaurant "Grill Garden" essen, welches direkt an der Zufahrtstrasse zum Platz liegt, die Freude auf eine echte italienische Pizza war schon groß!

Tag 6: Die Sonne genießen

Heute haben wir nicht viel auf dem Programm, das Wetter spielt wieder mit und die Sonne lacht uns an. Also nehmen wir die Stühle mit zum Strand und machen es uns ein wenig gemütlich. Bevor es zu windig wird, bin ich noch bereit für eine Tour mit dem SUP in Richtung Stadt, das Ganze wurde anstrengender als erwartet, da das Wasser recht unruhig war. 

Am Nachmittag machen wir uns noch zu Fuß auf den Weg in die Stadt und sehen uns dort ein wenig um. Ein Besuch im kleinen Feinkostladen "Il Negozietto" darf nicht fehlen, hier gibt es viele Köstlichkeiten sowohl in fester als auch in flüssiger Form und ein paar Getränke haben sich dann tatsächlich in der Einkaufstüte verlaufen....

Abends sind wir wieder essen gegangen, diesmal in der Pizzaria La Favola, auf der anderen Seite der Hauptstraße. Auch hier war das Essen und der Service sehr gut. Auch das Wetter hat sich bis zum Abend super gehalten, schön blöd wenn man sich darauf verlassen möchte und bei der Rückkehr das komplette Wohnmobil wischen darf, weil man die Dachluken offen gelassen hat....ob ich mir das wohl länger anhören durfte? ;-)

Tag 7: Abstecher zum Bodensee

Und schon zieht es uns weiter, gegen 10 Uhr verlassen wir den Casmpingplatz und nehmen Kurs auf den Bodensee, zumindest machen wir einen kurzen Abstecher dorthin. Auf der österreichischen Seite des Sees gibt es die Feinbrennerei Prinz, der wir einen Besuch abstatten wollen. Auf der einen Seite aus eigenem Interesse und auf der anderen Seite haben wir eine große Einkaufsliste von Freunden und der Familie mitbekommen, wir wurden also regelrecht gezwungen dort shoppen zu gehen.

Schwer beladen machen wir uns weiter auf den Weg wieder nach Deutschland. Wir finden einen Campingplatz sehr dicht an der Deutsch-Österreichischen Grenze in Aach im schönen Allgäu gelegen. Wir haben Glück und dürfen für eine Nacht bleiben, auch ein Restaurant gehört mit zum Platz, somit bleibt die Wohnmobil Küche auch heute wieder kalt. Nach dem Essen machen wir noch einen kurzen Verdauungsspaziergang zur Grenze und genießen den Ausblick auf die Berge.

Tag 8: Stammplatz Hilpoltstein

Es ist mittlerweile schon fast zur Tradition geworden, auf Reisen in den Süden den Wohnmobilstellplatz in Hilpoltstein am Main-Donau Kanal anzusteuern. Genau das haben wir auch in diesem Jahr wieder vor. Leider bei mäßigem Wetter, aber das sind wir ja schon von den letzten Tagen gewohnt. Da wir in der Woche unterwegs sind (es ist Donnerstag) ist der Stellplatz auch entsprechend leer, gefühlt war der Platz damals fast mal ein Gehein Tipp, mittlerweile ist es am Wochenende kaum noch möglich einen freien Platz zu bekommen. Wir waren vorher noch in der Stadt und haben ein wenig Grill Zubehör eingekauft, immer in der Hoffnung auf trockenes Wetter, aber zum Grillen muss ja nur einer von uns draußen stehen....


Tag 9 + Tag 10: Viel, viel Kürbis

Jetzt wo wir weiter fahren wollen, lacht uns die Sonne wieder an. Schon fast automatisiert fahren wir nach Hilpoltstein zur Bäckerei Schmidt um dort ein Frühstück zu genießen, auf das wir uns schon lange freuen. Aber schon bei der Anfahrt tut sich ein großer Skandal auf: die bauen einfach um und schließen die Bäckerei ohne uns Bescheid zu sagen 😂 Zum Glück gibt es mehrere Filialen und wir werden im Industriegebiet doch noch fündig, der Tag ist gerettet....

Unsere Fahrt geht weiter Richtung Nordosten immer der A9 folgend. Nach etwa 350km sind wir schon am nächsten und damit letzten Ziel unserer Reise angekommen, dem Spargelhof Klaistow. Wir haben zwar keine Spargelsaison, dafür gibt es Kürbisse und das in allen Farben, Formen und Größen, einfach nur Wahnsinn was hier alles ausgestellt wird.

Wie es der Zufall so will, gibt es auch einen gut ausgestatteten Wohnmobilstellplatz direkt am Hof, so dass die frisch gekaufte Ware gleich eingeladen werden kann. Diesen Hof haben wir schon einige Male besucht und sind immer wieder angetan von der Auswahl und Vielfalt die hier geboten wird, ein Spektakel für die ganze Familie.

Natürlich gibt es auch ein Restaurant mit großer Auswahl an Kürbisgerichten, entweder bestellt man a la Carte oder man bedient sich am großen Buffet.

Leider geht es schon am nächsten Tag auf direktem Wege wieder nach Hause, für eine Woche war es eine recht sportliche Tour auf der wir viel im Auto gesessen haben, aber die Erholung ist trotzdem nicht zu kurz gekommen, das nächste Mal bleiben wir aber wieder länger in Italien, wir sehen uns in 2025  🙌🙌